Unterlagen und Laptop bei der Prüfung einer Ausschreibung

In der deutschen Agenturwirtschaft entscheiden oft nicht nur Kreativität und Chemie über die Teilnahme an einem Pitch — sondern die Frage, ob das Briefing überhaupt einen tragfähigen Rahmen beschreibt. Viele Ausschreibungen klingen ambitioniert, bleiben aber bei Scope, Entscheidungsstruktur und Honorar vage.

Scope ohne Grenzen erkennen

Wenn ein Briefing „ganzheitliche Markenführung inkl. Performance“ verlangt, ohne Kanäle, Laufzeit oder interne Schnittstellen zu nennen, entsteht schnell ein verstecktes Mehrfachmandat. Fragen Sie schriftlich nach: Welche Disziplinen sind Pflicht, welche optional? Gibt es bestehende Media- oder CRM-Partner?

Pitch-Honorar und Nutzungsrechte

Fehlt eine Angabe zum Pitch-Honorar, sollten Agenturen das vor der Konzeptarbeit klären. Ebenso relevant: Gehören eingereichte Ideen dem Auftraggeber auch bei Absage? Formulierungen dazu stehen oft in Anlagen, die in der ersten PDF-Version fehlen.

Fristen und Shortlist-Logik

Eng gesetzte Fristen bei gleichzeitig geforderter Primärforschung sind ein Warnsignal. Notieren Sie, ob die Shortlist-Kriterien öffentlich sind oder erst im Gespräch genannt werden — das beeinflusst, wie viel Vorarbeit sinnvoll ist.

Praktischer Leseweg

Lesen Sie zuerst Fristen und Teilnahmebedingungen, dann Budgethinweise, dann den kreativen Scope. So vermeiden Sie, Stunden in eine Idee zu stecken, die an formalen Hürden scheitert. Unser Wochenbriefing markiert solche Punkte, wenn sie aus öffentlichen Quellen hervorgehen.

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